INSEL COCHE 1999

YW7C

 

Standort von YW7C
10.7708 ° N  63.9583 ° W
LOC: FK8ØAS

 

Unsere diesjährige DX-pedition, die traditionell von der venezolanischen Marine gesponsored wird, führte uns zu der Insel Coche.

Coche ist eine kleine Insel, die zwischen dem südamerikanischen Kontinent und der (bekannten) Insel Margarita liegt.

Hier ein GOOGLE EARTH Placemark unseres Standortes.

Die Bevölkerung der Insel lebt vom Fischfang, der Meersalzgewinnung sowie der Aufzucht von Shrimps. Der Tourismus wächst und beschäftigt zunehmend immer mehr Leute.
Eine kleine Startbahn erlaubt auch, daß die Insel auf dem Luftwege erreicht werden kann.

Nachdem wir den Hafen von La Guaira am 29. Juli verließen, erreichten wir die Insel Coche am frühen Morgen des darauf folgenden Tages. Unser Schiff ankerte in einer Bucht vor einem kleinen Ort, und ein Fischerboot holte uns ab und setzte uns dann samt Material an einer Landungsbrücke einer Fähre ab. Das Dorf heißt San Pedro, welches der größte Ort der Insel ist.

Die örtlichen Behörden hatten uns ein unbewohntes Haus in der Nähe der Landungsbrücke vorbereitet.
Zweimal am Tage trifft eine Fähre von Punta de Piedras, der benachbarten Insel Margarita (in Sichtweite), ein. Die Fähre transportiert sowohl Personen als auch Fahrzeuge.

Hier zur genaueren Information ein Kartenausschnitt:

Landkarte

Wir bauten unsere Antennen in einem relativ kleinen Gelände am Wasser auf. Für Kurzwelle installierten wir Vertikal-Antennen und eine inverted Vee, während für 2- und 6 m Yagis aufgestellt wurden.

Wir begannen unsere Operation mit einem 5 kW-Generator, denn das Haus hatte keinen Stromanschluß. Allerdings erlebten wir beim Einschalten der Transceiver eine böse Überraschung. Der Geräuschpegel war extrem hoch. Verursacht wurde er wohl durch Funkenüberschlag an einem der versalzten Hochspannungsisolatoren irgendwo im Dorf.
Während des gesamten Aufenthaltes hatten wir mit dem Störpegel zu kämpfen, der auch nicht von den Noiseblankern der Radios abzustellen war. So mancher Anrufer hat sicherlich geflucht und gedacht, daß wir taub sein müssen, weil keine Antwort von uns kam. Teilweise konnten wir nur Signale aufnehmen, die mit S7 oder stärker eintrafen. Mit unserem 6m-Beam konnten wir zwar die Richtung der Störung ausmachen, was uns allerdings nicht viel half. Wir hatten natürlich keine Zeit, uns auf Störungssuche im Dorf zu begeben.

Nachdem wir einige Stunden mit unserem eigenen Aggregat in der Luft waren, bekamen wir Besuch von einem LKW des Stromversorgers der Insel. Zwei Mann eines Bautrupps schlossen uns "ohne wenn und aber" ans Elektrizitätsnetz an. Das Ganze OHNE Zähler, also ein direkter Draht vom nächsten Strommast. Die Störungen wurden davon in keiner Weise beeinträchtig, denn die Störquelle war weiter von uns entfernt.

Das Schiff, welches uns zur Insel transportierte, war der gleiche Typ, der uns auch nach Tortuga und Blanquilla brachte. So erübrigt sich also eine Vorstellung.
Ich glaube es gibt keine andere Marine auf der Welt, die regelmäßig Funkamateure hunderte von Seemeilen auf abgelegene Inseln transportiert. Der Anlass ist der Tag der Marine im Juli, und wir sind Bestandteil dieser Feierlichkeiten geworden. Also sei den Verantwortlichen an dieser Stelle gedankt!

Hier unsere Ankunft am 30. Juli 1999.

Ankunft auf der Insel Coche

Auf dem Weg zur Landungsbrücke. Im Hintergrund sieht man unser Schiff.

Brücke

Unser Gepäck wird an einer Landungsbrücke entladen.

Inseljugend

Während wir unseren Antennenbau vorbereiten, nähern sich interessierte Besucher.

Die Inseleinwohner begriffen nicht so ganz, worum es ging: wir konnten ihnen im Laufe der Tage aber einige Erklärungen geben.
Sogar die örtliche Polizei stattete uns anfangs einen Besuch ab, um zu erkunden, was wir wohl treiben würden.... :-)