Als unsere Unterkunft hatten wir Zelte im Gepäck, aber man stellte uns zu unserer Überraschung ein Matratzenlager in einem Aufenthaltsraum zur Verfügung. Der Raum war klimatisiert, und  sogar Satellitenfernsehen war vorhanden.

Noch am Abend des Ankunftstages, bauten wir eine Station am Strand, etwa 20m vom Wasser entfernt, auf. Es gab dort einen Stromanschluss, der von dem etwa 100m entfernten Diesel-Generator der Basis versorgt wurde.
Der Stationstisch stand unter einem aus Palmenwedeln geflochtenem Sonnenschutz, ohne Wände (nicht regenfest).

Als der 20m-Dipol stand, konnte ich dann sofort loslegen.
Ich war der einzige CW-Operator der Expedition, hatte also eine "gewaltige" Aufgabe vor mir. Allerdings war ich auch mal auf 20m in SSB im Gange.

Mein Ausblick vom Stationstisch war in Richtung Norden. Im Vordergrund sah man das türkisfarbene Meer und im Hintergrund die Inseln im Norden, einige km entfernt. Ich würde sagen, es war eine beneidenswerte Aussicht.

 
 

 
Die Station am Wasser, von der ich die meiste Zeit in der Luft war.
 
 

 
Der kunstvoll geflochtene Sonnenschutz aus Palmenblättern.
 
 

 
YV5EED
 
 

 

 
Die Station am Wasser und der 20m V-Dipol.   Ramón, YV5EED

© Javi

 
 

 
Der Force12 vertikale Dipol (Vordergrund) und ein 20m V-Dipol.
 
 

 
Zwischen den Palmen erkennt man die unter dem Sonnenschutz.
 
 

 
Cushcraft vertical antenna.

© YV5EED

 
 

 
YV5JF beim Antennenbau

© YV5EED

 
Die 1. Nacht an der Station war das absolute Highlight, das nur schwer zu beschreiben ist, und auch nicht fotografisch wiedergeben kann:
Ich war beim Funken, und der Vollmond schien senkrecht von oben durch die Palmenblätter. Vor mir das Meer im Mondlicht, am nördlichen Horizont sah man die Blitze eines entfernten Gewitters. Im Sand vor mir, und auch zu meinen Füßen bewegten sich Hunderte oder Tausende von Einsiedlerkrebsen in verschiedenen Größen kreuz und quer ohne Ziel in alle Richtungen.
Wenn ich den Kopfhörer abnahm, hörte ich hinter mir ein Geräusch das sich ähnlich wie Porzellanglöckchen anhörte. Wie ich später bei Tageslicht feststellte, lagen Unmengen von Muscheln hinter mir. Das Klingeln entstand dadurch, dass die Einsiedlerkrebse die durch die Muschelberge wanderten, dabei den Halt verloren und dann runterkullerten.

 

Direkt an der Unterkunft der Soldaten wurde eine weitere Station installiert. Als Antenne wurde eine Vertikal-Antenne in der Nähe der Wassertanks aufgebaut. Es wurden später auch einige Dipole zwischen den Masten gespannt, die zur militärischen Funkstation der Insel gehörten.

Am Strand vor unserer Hütte wurden zusätzlich noch ein vertikaler Dipol (Force12) für 14,18, 21, 24 und 28 MHz aufgebaut sowie eine (sehr praktische) Messband Inverted Vee für 10 MHz.

Wir waren maximal mit 3 Stationen simultan in der Luft.

Ab und zu musste ich bei einsetzenden Regenfällen die Station räumen und mit Planen abdecken, da das geflochtene Palmendach nur als Sonnenschutz diente.
In der letzten Nacht (in der ich auf 30m QRV war), hätte ich am liebsten das Feld geräumt. Ein Schwarm von extrem aggressiven Moskitos fiel über mich her. Es war fast unmöglich, ruhig zu sitzen. Ich hielt es gerade noch durch, bis das Band schloss und habe dann fluchtartig die Station in Richtung moskitosicherer Unterkunft verlassen :-)

Aves de Sotavento ist eigentlich wegen der Moskitos berüchtigt, wir sind aber bis auf die letzte Nacht gut dabei weggekommen.
(Anmerkung: Die ganze Nacht über waren wir nie tätig, denn etwa ab Mitternacht wurde ein extrem gefährlicher Hund freigelassen, und man konnte uns nicht garantieren, das er uns nicht angreifen würde ....)

Auf der Insel gibt es einige Lagunen, in denen sich In der Regenzeit das Regenwasser sammelt. Dieses warme Brackwasser ist die ideale Brutstätte dieser fiesen Insekten.

 
 

 
YV5JF an der Station, die an der Soldatenunterkunft aufgebaut war.
 
 

 
YV5AJM und YV5EED
 
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