Die YXØA - YXØLIX - Expedition April 2006

Mein 4. Trip nach Aves ...

 
   

Auf der Straße vor dem Radio-Club: Beim Verladen eines Teiles unserer Ausrüstung zum Hafen La Guaira. (Photo © AD6TF)

 
Nach wochenlangen Vorbereitungen starteten wir vom Hafen La Guaira in der Nacht vom 18. zum 19. April 2006.

Die Fregatte "ALMIRANTE BRION" (F-22) der venezolanischen Marine brachte uns zum Ziel unserer Expedition, der winzigen Insel Aves in der Nord-Ost-Karibik..

Die Teilnehmer der diesjährigen Expedition waren:
YV5EED, YV2IF, YV5AMH, YV5ANT, YV5HHV, YV5IVB, YV5LIX, YV5MHX, YV5NCZ, YV5OHW, YV5SSB, YV5ZV, YY5SAK, AD6TF, OHØXX and ich DL2GG/YV5 (nun YV5EU).

Während der Reise waren wir vom Schiff aus als YXØA/MM in CW und SSB "in der Luft".

Gegen Sonnenaufgang des 20. Aprils erreichten wir die Insel. Das Schiff ankerte etwa 1 km von der Insel entfernt.

 
   
 
Tonnen von Ausrüstungsmaterial mussten vom Schiff zur Insel transportiert werden.

Am frühen Morgen waren die Temperaturen noch angenehm, aber es wurde immer heisser. Mit der freundlichen Unterstützung des Schiffspersonals schleppten wir unser Material vom Laderaum zum Heck des Schiffes.

Ein Teil des Gepäcks und wir Expeditionsteilnehmer wurden mit einem Hubschrauber, der zur Ausrüstung der Fregatte gehört, auf das Dach der Unterkunft auf Aves geflogen.

Schwere und sperrige Gegenstände wurden mit Booten zur Insel transportiert. Während mehrerer Stunden fanden DUTZENDE von Flügen und Bootsfahrten zwischen Schiff und Insel statt.

 
   

Der Hubschrauber landet auf dem Heliport auf dem Dach der Unterkunft. (módulo).

 
Die erste Gruppe der Expeditionsteilnehmer, die zur Insel flog, nahm eine vorbereitete komplette Station mit, um der Welt mitzuteilen, dass wir auf der Insel sind.

Der Rest von uns, unterstützt von einer Gruppe Soldaten, war weiterhin mit dem Materialtransfer über Luft und Wasser beschäftigt.

Nach einigen Stunden war alles transportiert, aber auch die Temperatur war auf etwa 40º angestiegen, so dass alle erschöpft waren. Aber es ging nach kurzer Pause weiter mit dem Aufbau der Antennen weiter, denn man wartete auf uns auf der ganzen Welt.

Wie auf allen YVØ-Expeditionen, an denen ich teilnahm, wurden die SSB-Stationen im Pfahlbau-Modul aufgebaut während wir CWisten es uns in einem Zelt auf der Insel "gemütlich" machten.

Für mich war es die erste Bekanntschaft mit dem neuen Modul. Der Vorgänger wurde komplett demontiert und gegen ein modern ausgestattetes ausgetauscht. Das Neue ist erheblich größer und bietet ziemlichen Komfort für das Personal.
Der Umbau war notwendig geworden, nachdem in den letzten Jahren mehrere Hurrikane über die Insel gezogen sind und größere Schäden angerichtet haben.

 
 

 
 
Unser erster Tag auf der Insel endete tragisch. Kurz vor Mitternacht erlitt unser Digital-Mode-Operator José (YV5LIX) einen schweren Herzinfarkt und verstarb nach wenigen Minuten. Die beiden Ärzte, die zur Crew der Expedition unternahmen alles Mögliche, um José's Leben zu retten.

Zu dem Zeitpunkt war das Schiff schon seit einigen Stunden auf dem Weg zum Kontinent. Nach Erhalt der Unglücksnachricht nahm es wieder Kurs auf die Insel. Wir bauten im Dunkeln die kurz zuvor installierten Antennen wieder ab, damit der Hubschrauber im Dunkeln sicher auf der Plattform landen konnte.

Gegen 4 Uhr morgens wurde der Leichnam unseres Kameraden zur Fregatte geflogen. Ramón (YV5EED), der Leiter unserer Gruppe, begleitete den Verstorbenen auf seinen letzten Weg nach La Guaira.

 

  Wir unterbrachen in der Nacht alle unsere Aktivitäten und entschlossen uns einstimmig, die Expedition fortzusetzen, aber mit neuerem Rufzeichen YXØLIX zu Ehren von YV5LIX.

Die Rufzeichenänderung war problemlos, da der Verantwortliche der Lizenzbehörde (CONATEL) ebenfalls an der Expedition teilnahm.

Es gab viele Spekulationen über das plötzliche Verschwinden von uns, und die spätere Rückkehr mit neuem Rufzeichen. Doch die Umstände verbreiteten sich schnell über Funk und Internet.

Nach 12 Stunden Funkstille nahmen wir als YXØLIX wieder unsere Aktivitäten auf.
Wir erhielten viele Kondolenzen während des Restes der Expedition.

Mein letztes Foto von YV5LIX (l) mit YV5ANT.

   
 

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